Montag, 12. Mai 2014

Rezension - Antoinette kehrt zurück

Antoinette kehrt zurück 

(Olivia Vieweg)

Verlag: CreateSpace (Juli 2013) 

Seiten: 306

Preis: 9,95€ (D) 

 

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Antoinette hat geschworen, niemals nach Deutschland zurückzukehren. Sie lebt in Los Angeles und arbeitet als Creative Director in einer Werbefirma, beobachtet aber täglich durch ihre Webcam ihr Heimatdorf. Doch sie muss zurückkommen und sich ihrer Vergangenheit stellen, sie muss noch einmal das Mobbing durchleben, dass sie aus ihrer Heimat vertrieben hat ...
Quelle: amazon.de

"Antoinette kehrt zurück" erzählt die Geschichte von Antoinette, die Jahre nachdem sie gemobbt wurde in ihrer Schulzeit, wieder zurück in das Dorf kehrt, in das sie eigentlich niemals zurückwollte.

Die Graphic Novel beschäftigt sich mit der Auseinandersetzung von Antoinettes altem Ego, ihren alten Schulkameraden die sie als Kind drangsaliert haben und der Frage wie viel in Betroffenen wirklich zerbricht und ob sie sich je vom Vergangenen lösen können. Da ich selbst einiges an Erfahrung mit Mobbing habe aus meiner eigenen Schulzeit, war ich sehr an dieser Graphic Novel interessiert. Und ich musste feststellen, dass ich doch sehr viele Parallelen zu Antoinette aufweise. Ich habe auch Kommunikationsdesign studiert und auch ich könnte eigentlich heute sagen, dass es mich nicht mehr interessiert, was damals passiert ist und dass ich nun ja "besser dran bin" als die anderen von früher. Und genau das ist für mich in der Graphic Novel das Hauptthema. Dass es eben nicht so ist für viele Menschen. Noch Jahre, teils Jahrzehnte oder gar ein Leben lang, haben Betroffene aus dieser Zeit Komplexe mitgenommen, die nur schwer wieder abzulegen sind. Daher finde ich das Thema sehr treffend gewählt, die erfolgreiche Antoinette die nun ihrem kleinen Dorf den Rücken gekehrt hat und in Hollywood erfolgreich ist, kehrt zurück und stellt sich ihrer Vergangenheit. Auf was für eine Art und Weise sie das macht, werde ich nicht verraten, da müsst ihr schon selbst lesen. Ich sage nur soviel: Auch wenn ich garantiert so nicht handeln würde, ist das Ende für eine starke Persönlichkeit wie Antoinette wirklich zugleich schockierend, aber auch treffend.

Die dargestellten Mobbingszenen und generell die ganze Graphic Novel, ist wirklich sehr ausdrucksstark gezeichnet, was mir sehr gefallen hat. Antoinette muss man vielleicht nicht unbedingt mögen, aber ich persönlich konnte mich in ihre Gefühlslage die meiste Zeit gut hineinversetzen, aber dazu gehören vielleicht auch die entsprechenden Erfahrungen.
Generell wurden einige Stereotypen des Mobbing dargestellt, was ich aber nicht negativ meine. Denn solche Dinge sind wohl einfach typisch für Mobbing, vom Anführer der alle anstachelt bis hin zum Freund, der sich aus Angst selbst ins Visier zu geraten abwendet.

Mein einziger Kritikpunkt wäre letzten Endes, dass ich gerne etwas von der Mutter gesehen hätte, die ein Hauptgrund für Antoinettes Mobbing war. Ich denke für Leute die keine Erfahrung mit Mobbing haben, wäre so ein Einblick in Antoinettes Leben mit ihrer Mutter noch wichtig gewesen, um zu verstehen, dass Antoinette nicht nur in der Schule Probleme hatte, sondern auch von zu Hause aus keine Unterstützung erfuhr. Denn das denke ich ist hauptsächlich der Grund warum Antoinette macht, was sie eben macht. Der Rückhalt den ich in meiner Zeit von meiner Familie aus hatte, fehlte ihr.


"Antoinette kehrt zurück" ist ein gutes Beispiel dafür, was Mobbing aus Menschen machen kann und wie schwer es fallen kann darüber hinweg zu kommen, selbst Jahre nach dieser Zeit. Mobbing ist sehr charakterprägend und das stellt "Antoinette kehrt zurück" überspitzt, aber treffend dar. Die Zeichnungen haben mir sehr gut gefallen, sie waren simpel, aber ausdrucksstark und auch die Coloration war in meinen Augen immer passend gewählt. Ein kleiner Kritikpunkt ist die Abwesenheit der Mutter, da hätte ich gerne mehr Einblicke gehabt um das Bild stärker zu prägen, was es heißt in solche einer Situation gar keinen Rückhalt zu haben.

Für „Antoinette kehrt zurück“ gibt es von mir 4 Luis!

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