Samstag, 26. Oktober 2013

Lui Update

Erstmal vielen dank an alle für ihre lieben Worte!! <3
Dann möchte ich jetzt kurz ein Update geben und auf einige Kommentare nochmal eingehen und Dinge die wohl missverständlich waren klarstellen und bei Dingen denen ich nicht zustimmen kann im Sinne von Verantwortungsbewusstsein etc.nochmal meine Meinung dazu sagen.
Wen das nicht interessiert: Gaaaanz am Ende nach meinem Moralapostel ist nochmal eine kurze Angabe wie es nun weitergeht in fett. Wen also nicht interessiert was meine Meinung zu allem ist... der kann es auch getrost überspringen. ^^

Erstmal zu dem Update von Lui:
Er hat die Operation an seinem Beinchen erstaunlich gut überstanden, auch wenn er verständlicherweise noch sehr mitgenommen und groggy von den Schmerzmitteln ist. Aber er war heute wach, hat gefressen und hatte vor allem Appetit! Und er hat auf drei Beinen gestanden. Die Tierärzte sichern sich natürlich ab und geben keine endgültige Entwarnung. Aber das hat wohl viel eher damit zu tun, dass falls doch noch einmal etwas sein sollte, sie nicht von uns zur Verantwortung gezogen werden wollen.

Ansonsten war Lui wach, hungrig und hat seine Umgebung wahrgenommen. Das war auch nochmal eine wichtige Erkenntnis um auszuschließen, dass er etwas am Kopf hat.
Morgen bekommen wir ein weiteres Update. Und mit etwas Glück, kann er vielleicht am Montag wieder daheim sein. Dann wird er mindestens ein 2 Monatiger Pflegefall sein, aber ich erinnere nochmal daran: Es sind Knochenbrüche. Und die heilen. Und ich habe mich bereits mit meinen Eltern organisiert. Er wird die nächsten Monate nie allein sein. Es passt immer jemand auf, dass er nicht probiert auf oder von Schränken etc. runterzuspringen.
Die Tierärzte waren sehr positiv überrascht wie gut er alles verkraftet hat. 


Zu den Kommentaren habe ich einige Dinge gelesen zu denen ich jetzt gerne nochmal etwas sagen würde:

Eine Anmerkung ging darum ihn, wenn es nicht unbedingt nötig ist, nicht leiden zu lassen.
Ich war wie gesagt mit dabei beim Tierarzt. Ich habe sofort veranlasst, dass Lui Schmerzmittel bekommt, bevor überhaupt irgendetwas gemacht wurde. Dann haben wir uns das Röntgenbild angesehen und besprochen was für den kleinen am besten ist. Da er keine inneren Verletzungen aufwies und "nur" die Knochenbrüche, haben wir zugesagt, dass er operiert werden soll. Und ich wiederhole nochmal was die Tierärztin meinte: "Wir werden versuchen, das Beinchen wieder so hinzukriegen, dass er wieder ein Freigänger werden kann". Und was ich noch erwähnen kann. Diese Ärzte waren schonungslos ehrlich. Sie haben gesagt, wenn auch der hintere Teil seines Kiefers gebrochen ist, wäre es besser ihn zu erlösen, da dann die einzige Chance für eine Heilung gewesen wäre, sein Mäulchen zuzunähen und ihn durch einen künstlich gesetzten Zugang zu ernähren, was eine absolute Tortur gewesen wäre über 4-6 Wochen. Und genau das hätten wir in diesem Fall auch getan, nämlich ihn eingeschläfert. Und das war meine Entscheidung, da ich keinesfalls wollte dass er unnötig leiden muss, wenn eine Heilung in absehbarer Zeit auszuschließen gewesen wäre. Aber dieser Fall ist wie gesagt nicht eingetreten. Und da ich davon ausgehen kann, dass die Ärzte dort es mir klipp und klar gesagt hätten, wäre nichts zu machen gewesen, wäre was das Beinchen angeht immernoch die Option gewesen, das Bein zu amputieren. Da bekam ich die Info, dass das nur die letzte Maßnahme wäre, wenn es sonst nicht mehr möglich wäre das Bein zu retten. Daher hat Lui wirklich gute Chancen, dass sein Bein soweit wieder heilt. Er wird natürlich weiter Schmerzmittel erhalten soweit das nötig ist. Er hat Infusionen bekommen und wird gerade dort aufgepäppelt.

Ich muss mich zwar auch nur auf die Aussagen der Ärzte über das Telefon verlassen, da ich ihn seit Donnerstag nicht mehr gesehen habe. Aber ihr könnt euch sicher sein: Ich hätte ihn einschläfern lassen, wenn die Situation das erfordert hätte.
So kann ich im Moment sagen, war es jetzt nur noch eine Geldfrage. Wären wir nicht bereit gewesen dafür zu bezahlen, wäre er eingeschläfert worden.
Wegen Knochenbrüchen die heilen können und werden...
Und auch wenn er ganz sicher große Schmerzen zum Zeitpunkt hatte, wie gesagt... er wurde sofort ruhig gestellt, bekam Schmerzmittel etc.

Und noch etwas: Lui ist gerademal anderthalb Jahre alt und ein starkes Kerlchen.
Selbst die Tierärztin war überrascht wie erstaunlich gut er die Operation verdaut hat. Das war das Update von heute. Ich denke mit so positiven Nachrichten, hätte ich es mir niemals verziehen ihn wegen etwas das heilen kann, einzuschläfern.
Also. Ihr könnt euch sicher sein: Ich würde keine unverantwortliche Entscheidung nicht jetzt und auch nicht in Zukunft treffen aus eigenem Egoismus, dass ich nicht will, dass meine Katze stirbt.
Und noch etwas zu meiner "Katzengeschichte": Lui ist meine 4 Katze. Die erste wurde tödlich angefahren, da war nichts zu machen. Die zweite hatte Leukose. Da haben wir sie erlöst, und der dritte mein kleiner Sammy, der mir zugelaufen war, war schwer herzkrank. Auch ihn haben wir erlöst. Ich bin also für so einen Fall gewappnet die richtige Entscheidung zu treffen, selbst wenn es mir jedes mal das Herz bricht.
Auch wenn ich weiß, dass der Kommentar nicht als Angriff gedacht war, ein paar Aussagen kann ich mit meinem Wissenstand (der euch natürlich fehlt, da ich nur eine Zusammenfassung aller Erkenntnisse gegeben habe) nicht zustimmen.

Eine weitere Aussage der ich nicht zustimmen kann ist, dass die Person ja nichts dafür kann, wenn sie in einer 30er Zone nicht 30 fährt, da das ja keiner macht. In einem Folgekommentar wurde das bereits aufgegriffen und trifft genau meine Meinung. Es IST die Schuld der Person, die in einer 30 Zone das Limit übersteigt. Und nochmal: Es ist eine Straße die zum Bahnhof führt wo praktisch ständig Kinder auch gerne mal mitten auf der Straße laufen. Das wäre keine Entschuldigung. Im Gegenteil. Irgendwann ist es wirklich mal ein Kind statt einer Katze, und dann? Auch einfach wegfahren??

Und zu der Sache er könnte es wirklich nicht gemerkt haben. Luis Verletzungen zu urteilen, kann man schließen, er ist VOR das Auto gerannt und nicht zwischendrin. (Er müsste sonst auch Verletzungen an anderen Stellen des Körpers aufweisen, aber vermutlich wurde er gerade noch am Bein erwischt, da er nicht schnell genug war, weggeschleudert auf den Asphalt und hat sich beim Aufprall noch den Kiefer gebrochen. Anders kann sich auch die Tierärztin den Vorgang nicht vorstellen, da er wie gesagt zwischendrin keine Verletzungen hat. Es wurde nur das Bein erwischt und den Kiefer hat er sich vermutlich beim Aufprall auf die Straße gebrochen.) Ich persönlich guck auf die Straße, wenn ich Auto fahre und da ich Kurzsichtig bin, ziehe ich in dem Fall auch meine Brille auf und wenn ich eh eigentlich nur 30 fahr, seh ich es auch, wenn etwas über die Straße huscht. Ob ich dann noch ausweichen kann ist eine andere Sache. Aber das hab ich auch nie behauptet. Ich habe ja gesagt, mir ist klar dass es ein Unfall war und nicht mit Absicht passiert ist.
Aber wie gesagt Spitzmausgeschichte. Man merkt den Aufprall, selbst wenn man das Tier nur streift. Wenn man jetzt denkt, Mist da war ein Stein, hat man zumindest noch den Reflex in den Rückspiegel zu gucken und sich zu vergewissern. 

Dann noch dazu, man wüsste ja nicht wo die Katze herkommt, selbst wenn es vor der Haustür passiert. Da bin ich auch der Meinung wie in dem Folgekommentar, dass man klingeln kann und wenn es dann beim Nachbarn ist und nicht beim Besitzer ist die Chance immernoch groß, dass derjenige die Katze wiedererkennt und den Besitzer weiß. Ich persönlich kenne alle Katzen aus meiner Nachbarschaft und wo sie hingehören.
Und wenn man das Tier einfach nur zum Tierarzt bringt, ist das auch noch eine Option. Denn die meisten Katzen sind wie mein Lui auch, in den Ohren tätowiert und so kann der Besitzer ermittelt und informiert werden (oder über einen Chip).

Alles in allem kann man in Luis Fall einfach davon ausgehen, dass es der Person entweder egal war, oder sie ihre eigenen Nachteile so schlimm eingeschätzt hat, dass sie sich entschlossen hat das Tier nicht weiter zu beachten. Und so eine Einstellung frustriert mich einfach.
Mangel an Gewissen und Rückgrat. Und auch, wenn es so rüberkommt. Ich hasse die Person nicht. Wie gesagt ich bin eben verständlicherweise wütend und traurig. Aber es war ein Unfall. 
Trotzdem ist für mich klar, dass der Verantwortliche meinen Kater der "nur" Knochenbrüche hat, einfach liegen gelassen hat. Ich kann ja vielleicht froh sein, dass er nicht gemeint hat ihn "erlösen" zu müssen oder so. Aber wie gesagt. Nichts hätte gegen klingeln oder Tierarzt gesprochen.


Ansonsten zeigen ja viele Kommentare hier, dass ich mit meiner Einschätzung über leider viel zu viele Menschen richtig liege. Es macht mich wirklich extrem traurig zu lesen, wieviele von euch durch fast die gleiche Ausgangssituation schon eine Katze verloren haben... 
Da kann ich im Moment wirklich froh sein, dass es zur Zeit so aussieht, als würde mein Kleiner wieder gesund werden. Soviel Glück im Unglück hatten viele von euch ja offensichtlich nicht und das tut mir furchbar leid!! 
Morgen bekomme ich wie gesagt ein weiteres Update. Ich hoffe er macht keine Rückschritte sondern wird kontinuierlich besser! Und wenn dann in ein paar Monaten wieder alle Brüche verheilt sind, kann er hoffentlich wieder genauso herumtollen wie bisher. :)

Ob postive oder negative Nachrichten, ich halte euch auf alle Fälle auf dem Laufenden.
Soviel emotionaler Stress in dem letzten Monat vor meiner Bachelorabgabe... puh... 

Kommentare:

  1. Wow, da hast du ja schon einiges hinter dir mit deinen Katzen. Wir hatte früher selbst zwei Katzen, die beide wegen Krankheiten eingeschläfert werden mussten. Ich war allerdings noch ziemlich klein und kann mich nur noch vage daran erinnern. Aber so was ist schon echt heftig.

    Ich finde es auch wirklich schlimm wenn man ein Tier anfährt und es dann einfach liegen lässt. Ich meine klar, es war ein Unfall, vielleicht konnte die Person einfach nicht schnell genug reagieren, aber dann schau ich doch mal nach was passiert ist, ruf jemanden an oder fahr zum Tierarzt.

    Ich freu mich aber auf jeden Fall für dich und Lui das offenbar alles gut verläuft und er sogar schon wieder fressen kann =) Ich hoffe es geht so positiv weiter für ihn und wünsch dir trotz des ganzen Stresses gutes Vorankommen für deine Bachelorarbeit!

    Ganz liebe Grüße,
    Jenny

    AntwortenLöschen
  2. Ich habe das gar nicht mitbekommen und gerade erst alles durchgelesen.

    Mein Gott, das ist ja unfassbar traurig. Ich habe selbst zwei Katzen (und einen Hund) aber meine zwei sind von anfang an Wohnungskatzen, denn da bin ich so absolut egoistisch und sage, meine Katze bleibt nur zuhause und maximal ein Auslug in den eigenen Garten mit Leine. Und weshalb? Weil nicht alle Menschen lieb, freundlich und gutmütig sind. Die meisten sind nämlich richtige Arschlöcher, die, wenn sie ein Tier angefahren haben, sich ihr Gewissen mit Sätzen wie "Es war dunkel, ich habe nicht richtig gesehen, wer weiß schon wem das Tier gehört" beruhigen. Völliger Bullshit! Von den Menschen die Tiere mit Absicht anfahren oder Giftköder auslegen will ich gar nicht erst anfangen..

    Heutzutage muss man schon Angst haben, wenn man seine Haustiere frei rumlaufen lässt. Bsp auch einen Hund - bei uns in AT dürfen die nämlich von Jägern abgeschossen werden, wenn sie in Wäldern nicht angeleint sind.

    Wie du merkst, dass ist ein Thema welches mich furchtbar aufregt und ich könnte hier stundenlang weitersabbeln aber um es auf den Punkt zu bringen: Jeder, verdammt nochmal JEDER, der ein Tier angefahren hat MUSS sich wenigstens bemühen den Halter ausfindig zu machen. Den Nachbarn rausklingeln oder in einer Tierklinik/Arzt anrufen ist KEIN schweres Unterfangen. Man vergleiche das doch nur mit Menschen, lässt dieser jemand dann auch angefahrene und schwer verletzte Menschen am Straßenrand liegen? Oder wird nochmal zurück geschoben um alle zu erlösen? Und bitte nicht mit "Menschen sind nunmal Menschen" antworten, denn Tiere fühlen den selben Schmerz wie wir.

    Ich wünsche deinem Lui alles Gute und eine schnelle, schmerzfreie Genesung. Tiere finden sich sehr schnell mit neuen Umständen zurecht, ich bin mir sicher dein Lui schafft das locker :)

    LG Sarah (die bei solchen Themen schnell auf 180 ist)

    AntwortenLöschen
  3. Hallo,

    also erstmal freut es mich wahnsinnig das es Lui schon etwas besser geht! Ich drücke die Daumen das er weiterhin gute Fortschritte macht! Das wird schon.

    Dann kann ich dir nur sagen, dass du in meinen Augen völlig richtig entschieden hast, solange man Hoffnung haben kann das es dem Tier wieder besser geht, sollte man tun was man kann um ihn zu helfen und Knochenbrüche können heilen, ich denke nicht das er da leidet wenn er Schmerzmittel bekommt. Außerdem werden die Ärzte das schon gut einschätzen können ob es wa sbringt oder nicht.

    Mit dem Unfall kann ich dir auch nur zustimmen, wenn es eine 30 Zone ist, sollte man auch 30 fahren, ohne wenn und aber! Hat schließlich Gründe warum da 30 ist. Nur weil andere da auch 50 fahren, muss man das noch lange nicht selbst auch tun. Außerdem kann es diemsal eine Katze sein und ein anderes mal ein Kind!
    Ich denke auch das man das merkt wenn man ein Tier anfährt, man merkt ja sogar größere Steine die man mitnimmt! Ob er nun nicht rechtzeitig reagieren konnte spielt ja keine Rolle, das kann, sollte aber nicht passieren, Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, einfach weiter zu fahren. Das er nicht gleich überall klingelt, kann ich verstehen, da vergeudet man zum einen wertvolle Zeit für das Tier und zum anderen denkt man glaube ich in dem Moment nicht dran. Aber auf alle Fälle hätter er zum TA fahren können! Da spätestens hätte eh geklärt werden können wem das Tier gehört.

    Ich fahre ja sogar schon langsamer wenn ich sehe da sitzt nen Spatz oder ein Rabe auf der Straße, damit die auch 100 % wegfliegen oder auch wenn ich nur ein hund oder eine Katze am Straßenrand sehe, werde ich etwas alnsgamer, genauso bei spielenden Kindern.
    Natürlich kann so ein Unfall passieren, wir alle sind nur Menschen die auch mal unkonzentriert sind, aber wenn man die Rahmenbedingungen einhält (z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen) und, so wie es auch sein soll, auch mal ab und an den Gehweg im Auge behält (Man soll schließlich vorrausschauend fahren) dann kann man sowas schon gut vermeiden. Dadurch ist es zwar nicht auszuschließen das sowas passiert, aber die Wahrscheinlichkeit ist geringer.

    Lui wünsche ich weiterhin alles Gute!

    Liebe Grüße
    Frau Wölkchen

    AntwortenLöschen
  4. Ich wünsche deinem Lui alles Gute und das er schnell wieder auf die Beine kommt.
    Was ich schlimm finde ist, dass Tiere vor dem Gesetz nur als Sache behandelt wird, ich finde das mehr als traurig. Kein Tier ist eine Sache! Ich finde das sollte sich der Gesetzgeber endlich mal etwas einfallen lassen.
    Liebe Grüßchen,
    Nina

    AntwortenLöschen