Donnerstag, 19. September 2013

Eden & Orion – Lichtjahre zu dir



Eden & Orion – Lichtjahre zu dir

(Helen Douglas

Verlag: Fischer Sauerländer

(August 2013) 

Seiten: 272

Preis: 16,99€ (D) (Hardcover)

Band 1/3

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Als der gut aussehende Ryan an ihrer Schule auftaucht, verliebt Eden sich Hals über Kopf in den Neuen. Auf den ersten Blick scheint Ryan ein ganz normaler amerikanischer Teenager zu sein. Aber wieso kennt er dann keine Pizza und hat noch nie von Gandhi oder Mandela gehört? Und warum interessiert er sich so brennend für sie? Eines Tages findet Eden ein Buch in Ryans Zimmer, dessen Inhalt eine ferne Zukunft vorwegnimmt. Eden versucht fieberhaft, das Geheimnis zu lüften. Sie entdeckt, dass Ryan eine unglaublich wichtige Mission erfüllen muss ... und sie vielleicht seine einzige Chance zerstört hat.

Als ich gesehen habe, dass ich bei Lovelybooks zu den 25 Glücklichen gehöre die an der Leserunde zu Eden & Orion – Lichtjahre zu dir teilnehmen dürfen, war ich erstmal total aus dem Häuschen.
Denn die Inhaltsangabe hörte sich klasse und genau nach meinem Geschmack an.
So kann man sagen, dass ich vielleicht schon mit etwas zu hohen Erwartungen an das Buch rangegangen bin und letztendlich leider ziemlich enttäuscht wurde...

Zur Story: In der Geschichte geht es um Eden in derem Highschoolabschlussjahr unerwartet nochmal ein neuer Schüler hinzukommt, welcher nicht nur gut aussieht und alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, sondern aus irgendeinem Grund auch noch an Eden selbst ein besonderes Interesse zu haben scheint. So geschieht es, dass sich Ryan nach und nach in ihrer Clique eingliedert, was ihrem besten Freund Connor ganz offensichtlich überhaupt nicht passt.
Hinzu kommt, dass Ryan bestimmte alltägliche Dinge nicht zu kennen scheint wie Pizza oder wichtige geschichtliche Fakten, wie etwa sein Unwissen darüber wer Hitler war. All dies macht Eden mehr als stutzig und sie beginnt sich mehr und mehr für diesen mysteriösen Jungen zu interessieren, bis sie schließlich bei ihm zu Hause versehentlich eines seiner Bücher einsteckt, welches ohne jeden Zweifel aus der Zukunft stammt. Und Ryan ganz offensichtlich ebenso...

Nun habe ich mir erwartet einen spannenden Zeitreiseroman geliefert zu bekommen mit einer schönen Lovestory. Das viel Klischee mitspielen würde war mir von Anfang an klar. Das erschließt sich ja bereits aus der Inhaltsangabe und rechtfertigt somit eigentlich keinen Kritikpunk. Trotzdem war es teils einfach zu sehr etwas "was man schoneinmal gelesen hat". Dies führt natürlich zur absoluten Vorausschaubarkeit. Wenn die Story an sich gefühlvoll ist und gut geschrieben kann ich allerdings auch damit leben. Das war jedoch leider nicht der Fall für mich. Bei den Charakteren herrschte bei mir zu etwa 90% des Buches absolute Gefühlsfunkstille.... irgendwie kamen die Emotionen die die Charaktere fühlen einfach nicht rüber, so dass ich in etwa diese Haltung beim lesen hatte: "Aha. Mhhmhh. Ok... mh." (Einzige Ausnahme war hier für mich Connor, zumindest anfänglich. Seine Emotionen hat man auch wirklich gespürt. Leider verflüchtigte sich auch das zum Ende hin.) Und auch dass die Story an sich sehr lange braucht um mal ein wenig in Gang zu kommen, war der Sache nicht förderlich, sodass ich mich wirklich große Teile des Buches schlichtweg gelangweilt habe.
Der Schreibstil an sich war nicht schlecht, allerdings baut die Autorin immer wieder plötzliche Szenenwechsel ein, was mich teils sehr aus dem Lesefluss gebracht hat. Zum Teil haben diese Sprünge funktioniert, aber die meiste Zeit hatte ich im einen Satz noch erwartet, dass Situationen die gerade mal interessant wurden auch weitergeführt werden, war dann aber im nächsten Satz schon wieder in einer ganz anderen und damit hatte es sich dann auch.

Da ich aber doch noch 2 Luis vergeben habe, möchte ich auch noch ein bisschen darauf eingehen was mir gefallen hat. Ich fand die Grundidee für Zeitreiseromane mal auf eine interessante Weise anders angegangen. Sonst lese ich meistens von Zeitreisenden die selbst in der Zeit zusammen reisen, sich verlieben etc. Hier aber verliebt sich jemand der aus der Zukunft kommt und eigentlich nicht bleiben kann um das Zeitgefüge nicht zu stören. Diese Herangehensweise fand ich irgendwie dramatisch und spannend, da man eigentlich denkt "Mist, dass kann ja nicht gut gehen, aber es wäre so schön!" Aber auch was die Zeitreisethematik angeht habe ich beim lesen viele Fragezeichen gehabt. Denn vieles war für mich einfach unlogisch und nicht bis zum Ende durchdacht. Ich weiß, Zeitreisen sind eine komplizierte Thematik und es handelt sich ja um einen Jugendroman und keine wissenschaftliche Abhandlung, aber zum Beispiel bei der Edelsteintrilogie von Kerstin Gier, musste ich wesentlich weniger anzweifeln und mir persönlich machten Ungereihmtheiten auch schon im Alter der Zielgruppe Bücher madig...
Ein weiterer Pluspunkt war dann letztendlich für mich der letzte Teil, indem es dann doch nochmal spannend wurde! Sogar eine kleine Verfolgungsjagd war mit drinnen, bei der ich sogar kurz mal den Atem angehalten hatte. Doch die Auflösung davon hat mir auch nicht zugesagt und war mir zu einfach...




Wer nicht allzuviel hinterfragt was die Logik von Zeitreisen und die Auswirkungen auf das Zeitgefüge angeht, dem wird dieses Buch vielleicht absolut begeistern. Mir waren es leider viel zu viele Ungereihmtheiten. Auch das Gefühlsleben der Charaktere kommt eher als ein leises Wispern daher, als dass es einen wirklich mitreisen könnte und erst im letzten Viertel wird es mal kurz spannend. Ein Thematikansatz der wirklich interessant ist und daher viel Potential gehabt hätte, wenn man mal eins zwei Gedanken zu Ende gedacht hätte... 
Den zweiten Teil werde ich wohl eher nicht lesen. Schade eigentlich....


Für „Eden & Orion –Lichtjahre zu dir" gibt es von mir leider nur 2 enttäuschteLuis!

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