Dienstag, 27. August 2013

Wo die Liebe tötet



Wo die Liebe tötet

(Jennifer Shaw Wolf

Verlag: Kosmos Herzblut 

(Juli 2013) 

Seiten: 416

Preis: 12,99€ (D) (Taschenbuch)

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Die Nacht, in der ihr Freund Trip starb, ist für Allie wie ausgelöscht. Alles, was ihr geblieben ist, sind Narben, als ständige Erinnerung an ihn. Sie versucht das nagende Gefühl zu ignorieren, dass der Unfall vielleicht keiner war. Als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, wird Allie plötzlich zur Hauptverdächtigen. Und bald schon vermischen sich Allies Erinnerungen mit dem dunklen Geheimnis um Trip, das sie zu lange verborgen gehalten hat...

Und wieder ein tolles Leserundenbuch, welches ich in der Leserunde auf Lovelybooks gemeinsam mit 49 anderen glücklichen Gewinnern lesen durfte. Der Kosmos Verlag hat ein neues Label gegründet, nämlich "Herzblut".
Ein Label das Romantik mit Thriller in Jugendbuchformat kombiniert. Und ich muss sagen, das erste Buch das ich nun aus diesem Label gelesen habe wird sicherlich nicht mein letztes sein!

Zum Buch selbst. Die Geschichte handelt von Allie, welche nach einem für ihren Freund tödlich endendem Unfall ihr Gedächtnis an alles was in der Nacht geschah, vollkommen gelöscht hat. Zumindest vorerst. Denn die Ermittlungen um den vermeintlichen Unfall werden wieder aufgenommen und Allie muss sich nicht nur mit misstrauischen Blicken und Getuschel auseinandersetzen, sondern auch mit der Frage, was geschah wirklich in der Nacht. Und würde jemand Partei für sie ergreifen, wenn sie wüssten, dass der perfekte Trip bei weitem nicht so tadelos war, wie alle glaubten?

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und der Autorin ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen, den Lesern nach und nach neue Puzzelteile zu liefern in kleinen portionierten Häppchen, die definitiv die Spannung und das miträtseln weiterhin interessant gestalten. Nach und nach finden wir über Traumsequenzen und kleineren Hinweisen, die man bemerkt wenn man aufmerksam liest, heraus was in der Unfallnacht wirklich geschah. Man stellt Vermutungen an und ich habe zwar relativ früh richtig gelegen mit meinem Verdacht, aber war mir bis zum Ende hin nicht sicher ob ich richtig liege. Von daher war ich freudig überrascht über die Aufklärung (man freut sich ja auch mal, wenn man richtig liegt) und habe auch eine relativ plausible Erklärung geliefert bekommen.
Mein einziger Kritikpunkt was das angeht ist, dass meiner Ansicht nach das Ende dann doch etwas hurtig war. Bzw. ich mir nach all dem Drama etwas mehr Konsequenzen erwartet hätte.

Trotz dieser kleinen Schwachstelle zum Schluss hin, hat mir das Buch gut gefallen.
Die Charaktere waren zwar jetzt nicht unbedingt unsagbar sympatisch, aber man mag sie trotzdem und fühlt mit ihnen mit. Besonders die Zwillinge Allie und Andrew haben sich in mein Herz gestohlen, da man mit Allie einfach Mitgefühl haben muss und Andrew auf eine bestimmte Art und Weise Stärke ausstrahlt, trotz seiner Umstände. Und auch Blake mochte ich, auch wenn er mir manchmal etwas zu zickig reagiert hab. (Ich mags nicht, wenn Leute die beleidigte Leberwurst spielen, aber in gewisser Weise ist das ja eigentlich auch normal und nachvollziehbar.)
Und bei Allie muss ich sagen, dass sie einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass ich etwa zu 90% des Buches frustriert war, da sie nichts von der Vorgeschichte preisgibt und ihr ganzes Leid versucht alleine zu schultern. Manchmal dachte ich: "Wenigstens eine Person!! Bitte vertrau dich wenigstens einer Einzigen an." Tja... die letzten 10% wurde man dann auch mal erlöst vom diesem Frustschieben.




Wer beim Wort Thriller jetzt viel Blut erwartet, Hetzjagden und geballte Action. Der ist hier falsch.
Wer beim Wort Romantik nun kitschige Liebesschwüre und heiße Nächte erwartet... der wird ebenfalls nicht auf seine Kosten kommen. Wer aber gerne einem Geheimnis nach und nach auf die Spur kommen will, mit der Protagonistin die täglichen Kleinortgetuschel ertragen und sich ein wenig neu verlieben will, der wird auf jedenfall seinen Spaß mit "Wo die Liebe tötet" haben.

Für „Wo die Liebe tötet" gibt es von mir 4 Luis! (bzw. 4 1/2 da die Mängel nicht ganz so schwerwiegend sind.)

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