Montag, 12. August 2013

Perfect


Perfect

(Rachel Joyce

Verlag: Doubleday (Juli 2013) 

Seiten: 368

Preis: 17,00€ (D)

Kaufen?


 
In 1972, two seconds were added to time. It was in order to balance clock time with the movement of the earth. Byron Hemming knew this because James Lowe had told him and James was the cleverest boy at school. But how could time change? The steady movement of hands around a clock was as certain as their golden futures.

Then Byron's mother, late for the school run, makes a devastating mistake. Byron's perfect world is shattered. Were those two extra seconds to blame? Can what follows ever be set right?

Im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks habe ich Perfect lesen und besprechen dürfen.

Zwar ist das Buch auf Englisch, aber ich denke es ist sehr einfach zu verstehen und lies sich im Großen und Ganzen flüssig lesen! Eher Probleme bekam ich wegen dem doch teils recht langatmigen Inhalt. Zwar ist das Buch wirklich schön, bildhaft und detailreich beschrieben, aber trotzdem fiel es mir teils immer wieder schwer mich dazu durchzuringen das Buch zur Hand zu nehmen, sodass ich sagen muss, letztendlich ein etwas gespaltenes Verhätnis zum Buch zu haben.

Im Buch geht es wie der Inhaltsangabe zu entnehmen, um Byron dessen Leben dank nur zwei Sekunden und einer Reihe von Geschehnissen die sich daraufhin entwickeln eine ungeahnte Wendung nimmt und sein komplettes restliches Leben beeinflusst. 

Erzählt wird das Buch aus zwei Perspektiven. Die von dem 11 Jährigen Byron und die von dem Mitfünfziger Jim. Beide sind Persönlichkeiten die man wegen ihrer Eigenartigkeit ins Herz schließen kann und beide erzählen ihre Geschichten die am Ende des Buches gut zusammenfinden.
Anfangs konnte ich eher nur für Jim Sympatien entwickeln und empfand auch seine Parts als wesentlich unterhaltsamer, bzw. konnte ich mich mit der genauen Beschreibung wie und warum Jim handelt wie er es nunmal tut, einfach besser hineinversetzen, als in Byron. Zwar wird Byron nicht minder mit genauen Beschreibungen als Charakter greifbar, trotz allem brauchte ich länger um wirklich seine Parts weiterlesen zu wollen und mit ihm warm zu werden. 

Gefallen hat mir an dem Buch auf jedenfall, dass man zum Nachdenken angeregt wird. Zwei Sekunden erscheinen einem als recht belanglos und wenig. Trotz allem können sie ein ganzes Leben ausmachen. Mit der Erwartung genau diese Botschaft in dem Buch vermittelt zu bekommen und eine rundum gut durchdachte Geschichte dazu zu lesen bewarb ich mich für das Buch.
Zwar ist die Botschaft angekommen. Trotz allem ist mir nach Beenden des Buches vieles noch unklar, da manche Fragen meines Erachtens nach nur unzulänglich aufgeklärt werden und auch der Knackpunkt der Geschehnisse rund um die 2 Sekunden und deren Folgen war mir letztendlich nicht schlüssig, bzw. zu austauschbar. Leider kann ich hier nun nicht genauer darauf eingehen, da ich euch sonst das ganze Buch verraten müsste. Aber fest steht, dass mir an der Geschichte die Wirkung der 2 Sekunden wichtig war. Und sie entwickelt sich auch fast bis zum letzten Viertel unentwegt daraufhin zu und plötzlich scheint sie aufgelöst zu werden und etwas anderes Unerwartetes passiert, das man nun auch mit viel Spekulieren auf die vorangegangenen Ereignisse beziehen kann, aber nicht zwangsläufig. Das war für mich ein Bruch an dem ich hängen blieb und das störte mich eigentlich am meisten. Denn die sehr langsame Entwicklung der Geschichte gehört einfach zum Schreibstil und passt auch zum Buch (ist halt nur scheinbar nicht so mein Ding), aber dieser Bruch hätte besser gelöst werden können.

Und doch: Am Ende des Buches war ich traurig (teils auch verwirrt). Ich konnte gut mit allen Charakteren mitfühlen und empfand starkes Mitleid. Also definitiv ein Buch das Emotionen auslöst.
Die Geschichte an sich ist, denke ich einfach auch Geschmackssache. Die Charaktere waren liebevoll beschrieben und ich mochte sie fast alle, die Grundidee der Story ist großartig aber eine solch langsame Entwicklung muss einfach dem eigenen Geschmack entsprechen, sonst läuft man eventuell in Gefahr das Buch zur Seite zu legen und es dort in Vergessenheit geraten zu lassen...


Liebevoll gestaltete Charaktere die ihre liebenswürdigen Eigenarten und Ticks haben, eine Geschichte die letztendlich zum Nachdenken anregt, aber meiner Ansicht nach nicht vollends schlüssig ist und so manche Frage nur unzureichend beantwortet lässt. Wer langsame Storyentwicklungen mag, mit sehr detailreichen und bildhaften Beschreibungen, gerne mitfühlen möchte und sich eventuell etwas traurig stimmen möchte, der wird dieses Buch sicherlich mögen. Wer erwartet das etwas mehr passiert und keine Langatmigkeit verträgt, der wird eventuell etwas mehr Probleme mit dem Buch haben, aber trotzdem allein wegen den liebenswürdigen Charakteren etwas an dem Buch finden, dass auch ihm gefällt. Und dieser zweiten Kategorie gehöre ich wohl an. Es war mir teils viel zu langatmig und trotzdem mochte ich ein paar Dinge wirklich sehr an dem Buch...


Für „Perfect“ gibt es von mir 3 Luis! Eine wie gesagt gespaltene Meinung, da ich es zu keiner Zeit schlecht fand, aber ich zuviel Ausdauer zum lesen brauchte.

Kommentare:

  1. Hm, ich hoffe das gleiche trifft nicht auf "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" von ihr zu, den hab ich hier noch ungelesen stehen :/ "Perfect" werde ich dann wohl eher weniger lesen...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ist wohl wirklich Geschmackssache! Ich kannte Harorld Fry nicht und wollte wie gesagt wegen der Inhaltsbeschreibung mitlesen... hatte jetzt mit dieser langsamen Entwicklung nicht gerechnet.
      Aber es gab viele die genau das am Buch toll fanden...
      Am besten du liest Harold Fry und wenn es ähnlich langsam ist und es gefällt dir, dann wird Perfect bestimmt auch was für dich sein! :)

      Löschen