Sonntag, 30. Juni 2013

Gelöscht




Gelöscht

(Teri Terry) 

Verlag: Coppenrath (Juni 2013) 

Seiten: 429

Preis: 17,95€ (D) (Hardcover)

Band: 1

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Kylas Gedächtnis wurde gelöscht,
ihre Persönlichkeit ausradiert,
ihre Erinnerungen sind für immer verloren.
Kyla wurde geslated.
Aber die Stimmen aus der Vergangenheit lassen die Sechzehnjährige nicht los hat sie wirklich unschuldige Kinder bei einem Bombenanschlag getötet? Zählte sie zu einer Gruppe von gefährlichen Terroristen? Und warum steht ein Bild von ihr auf einer geheimen Webseite mit vermissten Kindern?
Kyla wird immer wieder von Flashbacks aus ihrem früheren Leben eingeholt und merkt allmählich, dass ihre wahre Identität ein großes Geheimnis birgt. Gemeinsam mit Ben, einem anderen Slater, in den sie sich verliebt, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit doch wem kann sie überhaupt noch vertrauen?


Gelöscht ist eine sehr interessante Dystopie und Zukunftsvision Großbritaniens, die erschreckend realistisch und vor allem auch umsetzbar wirkt, sodass man das Buch immer mit einem seltsamen Gefühl weiterverfolgt. Die Idee, Menschen all ihrer Erinnerungen zu berauben und sie quasi von Null starten zu lassen, immer unter strenger Beobachtung und Kontrolle der Regierung, hat ein sehr beklemmendes Gefühl in mir hervorgerufen. Und auch die Tatsache, dass auf diese Weise Menschen die nicht im Sinne der Regierung handeln oder auch nur ansatzweise Regierungskritisches Gedankengut hegen, so sehr einfach aus dem Weg geschafft werden, ist nun mehr als vorstellbar. Immerhin ist so etwas ja leider schon häufiger in unserer Geschichte geschehen und es ist  bei Weitem nicht so abwegig, dass dies noch einmal passieren könnte. Nur eben mit dem Slating.
Als sehr gut dargestellt empfand ich die Reaktionen der Menschen auf solche Vorkommnisse wie dem Verschwinden von Leuten. Es herrscht Angst der Nächste zu sein, jeder hütet sich davor etwas Falsches zu sagen und geholfen wird schon gar nicht. Selbst wenn es direkt vor den eigenen Augen geschieht...

Die erste Hälfte des Buches dient zwar offensichtlich dem Spannungsaufbau, trotzdem war mir ein bisschen zu wenig Tempo drin, weswegen es sich ersteinmal sehr gezogen hat. Spannung ist da, allerdings eher sehr unterschwellig und kaum dass es einmal wirklich anfängt spannend zu werden, bricht es abrupt wieder ab. Die zweite Hälfte des Buchs hingegen lässt schonmal deutlich mehr Spannung aufkommen. Und der Schluss inklusive fiesen Cliffhanger macht die etwas zähe erste Hälfte fast wieder wett und ist absolut gelungen.
Der Schreibstil ist meist in kurzen, leicht verständlichen Sätzen gehalten, der sich flüssig lesen lässt.
Ein paar detailliertere Beschreibungen hier und da hätten sicher auch nicht geschadet. Die Geschichte wird aus Kylas Sicht im Präsens erzählt, an das ich mich auch erstmal gewöhnen musste, da die meisten Bücher ja eher in der Vergangenheitsform gehalten sind. Aber nach eins zwei Seiten hat man sich auch daran gewöhnt.

Zu den Charakteren kann ich sagen, dass man im Verlauf der Story immer wieder seine Meinung zu ihnen ändert, ursprüngliche Vermutungen über den Haufen wirft und so immer wieder erneut am rätseln ist wer jetzt eigentlich auf wessen Seite steht, was das Buch für mich dann doch unterhaltsam gestaltet hat. Allerdings muss ich sagen wie bei der Handlung selbst auch, ging es mir mit den Charakteren. Anfangs waren sie mir zu oberflächlich beschrieben und bekamen erst nach und nach Kontur, was aber teils etwas zu lange für meinen Geschmack auf sich warten lassen hat und nicht ganz zu meiner Zufriedenheit letztendlich ausgeführt wurde.

Kyla hat hierbei wie zu erwarten die größte Entwicklung durchlebt. Eine richtige Meinung zu ihr habe ich allerdings nicht. Sie ist mir weder sympatisch, noch unsympatisch. Ob das jetzt gut ist oder schlecht, ich weiß es nicht. Von Ben war ich etwas enttäuscht. Als männlicher Protagonist kam er mir zu selten vor und bekam nicht die Rolle im Buch zuteil, die ich mir eigentlich für ihn an Kylas Seite gewünscht hätte, hoffe aber auf den zweiten Teil in dieser Hinsicht.


Die Idee die der Story zugrunde liegt finde ich großartig und interessant. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass diese großartige Idee ihr Potenzial nicht völlig ausgeschöpft hat, aber vielleicht hebt sich Teri Terry dies ja auch für den Nachfolgeteil auf. ;)
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, allerdings ziehe ich je einen Punkt ab zum einen dafür, dass die Story für meinen Geschmack zu lange gebraucht hat um in Gang zu kommen und zum anderen dafür, dass meiner Ansicht nach in der Story noch mehr Spannungspotenzial dringesteckt hätte, was letztendlich nicht ganz herausgeholt wurde.
Für „Gelöscht“ gibt es von mir 3 Luis!


Zu guter Letzt möchte ich mich gerne noch bei Coppenrath Verlag bedanken, welcher das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat und Lovelybooks, über die ich Gelöscht für die Leserunde gewonnen habe.

Kommentare:

  1. Ich war auch nicht vollstens überzeugt, manche deiner Kritikpunkte teile ich ebenfalls. Es ist ein gutes Buch, aber irgendwie hat etwas gefehlt, ich kann gerade noch gar nicht richtig benennen, was es ist..

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Ja so ganz genau kann ich es auch nicht benennen was mir jetzt gefehlt hat bei dem Buch... Die meisten finden es ja anscheinend absolut klasse und haben nichts auszusetzen, aber irgendwie hat mir etwas gefehlt...
      Ich fand das Buch auch ganz gut, aber es gibt deutlich bessere Jugend-Dystopien denke ich... :)

      Liebe Grüße,
      Michelle

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  2. Tolle Rezension :)
    Es klingt sehr interessant und kommt auch auf meine Wunschliste :)
    LG Elsa

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